DeLFI 2012

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DeLFI 2012

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Im Rahmen der DeLFI 2012 werde ich einen Workshop/Tutorial beim "3. Workshop Lerninfrastruktur in Schule" leiten.

Zum Workshop "Lerninfrastruktur in Schulen" liest man folgenden Abstract:

Kinder und Jugendliche verfügen in zunehmendem Maße über persönliche mobile Geräte, die jedoch aktuell noch kaum in schulischen Kontexten genutzt werden. Gleichzeitig wird der Einsatz von Tablets dort in zunehmendem Maße erprobt. Der Workshop bietet deshalb ein Forum, um Chancen, Perspektiven, Herausforderungen und Grenzen der Arbeit mit persönlichen, mobilen Geräten in der Schule zu diskutieren. Im Zentrum der Diskussion sollen pädagogische, didaktische, organisatorische und rechtliche Aspekte stehen.

Mein Workshop: "Mobiles Lernen an der Kaiserin Augusta Schule (Köln) mit Cloudservices, iPad und OER"

Abstract:

Medienwelten der Lernenden2.0

Vor dem Schulgebäude: Kurz vor Unterrichtsbeginn wird noch mit Freunden gechattet, Neuigkeiten gepostet oder ein Video auf YouTube geliked. Eine meiner Schülerinnen erzählt mir, dass sie in Eigenregie für Mitschüler ihrer Klasse eine Facebookgruppe erstellt hat - sie besucht eine fünfte Klasse des Kaiserin Augusta Gymnasiums in Köln. Betrachtet man aktuelle Zahlen der JIM- oder Bitkomstudien, bestätigt sich wenig Überraschendes: Jugendliche zwischen 12-19 Jahren, die "Digital Natives" sind online, besitzen mobile Internetgeräte und haben damit “das Internet in der Hosentasche”. Im Unterricht: Medien und Internet werden sehr wenig und dann in der Regel vor allem zur Recherche eingesetzt. Das Potential des "Web2.0-Mitmachnetzes" bleibt dabei ungenutzt und Hausordnungen verbieten (noch) den Einsatz der mobilen Geräte der Schüler. An vielen Schulen fehlt es an notwendiger Ausstattung. Will man als Pädagoge dem Mediennutzungsverhalten der Jugendlichen gerecht werden, sie auf ihrem Weg zum mündigen Mediennutzer unterstützen und eine neue Lernkultur fördern, kann dies durch Integration von Medien und Internet in den Unterricht gelingen. Die Nutzung schülereigener Devices kann mangelnde Ausstattung an Schulen auffangen oder bereits vorhandene Ausstattung unterstützen. Von meinen Erfahrungen in diesen Bereichen werde ich im Kurzreferat berichten: “KAS”-Wiki, Weblogs, iPad & “Own Devices”: Ein Praxisbericht

Die Integration von Medien und Internet in den Unterricht, die über den etablierten Recherchezweck hinaus geht, ist das Ziel des "iPad-Projekts", dass ich seit Februar 2011 an der Kaiserin Augusta Schule (KAS) koordiniere. Im Rahmen dieses Projekts setzen wir mit vierzig Kollegen 30 der Tablet-PCs im Unterricht der Klassenstufen 5-13 ein. Die hochmobilen Geräte zeigen sich flexibel im Einsatz und stören die Lernatmosphäre nicht, ein Wechsel in den “Informatikraum” ist nicht notwendig, denn durch die Tablets sind das Internet und die App da, wo sie gerade gebraucht werden, ohne, dass Bildschirme, unhandliche Geräte oder leere Laptopakkus das Lernen ausbremsen. Dabei wird das Internet aktiv in den laufenden Unterricht eingebunden, die Lernenden erstellen Contents auf der schuleigenen Wikiplattform, dem "KAS Wiki" und auf Blogs und arbeiten projekt-, produktorientiert und selbstbestimmt. Das Wiki dient dabei als Lernmanagementsystem und (Wissens)-Speicher. Die Inhalte werden direkt auf dem Wiki, sozusagen “in der Cloud” und nicht mehr lokal auf Geräten oder Speichersystemen abgelegt. Die Klasse 7c erstellte in Kollaboration einen Stadtführer über Köln “Une viste guidée de Cologne” komplett in französischer Sprache. Natürlich sind nicht alle Texte fehlerfrei, aber “wir haben viel genauer und motivierter gearbeitet, da es ja jeder lesen kann und uns gegenseitig geholfen mit der Diskussionsfunktion der Wikiseiten. Die Seite ist cool geworden”. Die 5a wird mit den iPads mittels “Google Maps” und integrierter Kamera die Umgebung der Schule erkunden und dabei Wikiseiten zum Thema “Kirchen in Köln” samt Bildern, Texten, Interviews und Filmen verfassen. Wenn in Spitzenzeiten die iPads knapp werden, oder auch mal “zum Test” nutzen die Schüler gelegentlich ihre eigenen Geräte, wie iPods, Laptops, Blackberries oder Tablets - dies berichten mir auch Kollegen. Die Geräte werden dann einfach in das schon vorhandene W-lan eingeloggt und eignen sich gut dazu ebenfalls auf dem Wiki zu schreiben oder damit parallel zu recherchieren, aufzunehmen oder Fotos zu machen. Die Schüler machen - früher mussten sie mitmachen. Das Wiki der Schule enthält fast 2600 Einträge, die von den Lernenden selbst erstellt und kollaborativ verbessert werden. Ausgewählte Beiträge werden zur Zeit von unseren Schülern zu einem iBook für die Schule zusammengefasst und dann dauerhaft abgelegt. Mittels integrierter, interaktiver Audio, Video und Bildmaterialien und Quizzes wird der Lernprozess mit dem iBook intensiviert. Das fertige Produkt soll dann auf die iPads übertragen und im Internet als kostenloses, unter Creative Commons stehendem Lernmaterial zum Download und zur weiteren Nutzung und Weiterentwicklung bereitgestellt werden ("OER"). Durch integrierte Weblinks wird das “Buch” wieder mit dem Wiki als Lernplattform verbunden. Das Wikiprojekt der Schule stieß bei der Schulverwaltung Köln auf positive Resonanz und dient als Modell für ein stadtweites Schulwiki für alle Kölner Schulen ab Sommer 2012.

Die “digitale Kompetenz” der Lernenden wird durch konstruktive Nutzung der Medien geschult, muss aber auch in Zukunft auf “sicheren” Säulen stehen. Eine Äußerung von Lisa (Name geändert) aus Klasse 5 zeigt uns, wie wichtig dies ist: “Herr Spang, es gibt Probleme in unserer Facebookgruppe - einer aus der Klasse postet da komische Sachen und das nervt uns”. Deshalb entwickeln wir zusammen mit den Lernenden einen Medienführerschein und ein Modell “Medienscout”, denn auch die “Digital Natives” brauchen einen roten Faden durch die Welt (der Medien) - daran hat sich auch heute nichts geändert. Schule wird nicht überflüssig, aber sie wird anders.

Die Prezi für Delfi

Mobiles Lernen: Einzelnachweise